![]() |
Stadtratsblog
Stadtratsblog
Wenn sich zwei ineinander verbeissen
Die seit zwei Wochen andauernde, gehässige Debatte um die Erhöhung des Rentenalters für städtische Angestellte zeigte anschaulich auf, wie wichtig die Einhaltung demokratischer Grundregeln ist. Da waren auf der einen Seite die Parteien BDP und CVP, welche den Antrag auf Erhöhung des Rentenalters gestellt hatten. Ihr Problem: Der Antrag kam überraschend in letzter Sekunde zustande. Damit setzten sie sich über alle Regeln der politischen Auseinandersetzung hinweg. Weder die Betroffenen noch die Parlamentarier konnten sich wirklich mit dem Antrag befassen. Die Angestellten erfuhren also erst aus der Tageszeitung, dass sie zwei Jahre länger arbeiten sollen.
Auf der anderen Seite formierten sich Gewerkschaftsvertreter rund um SP und Grüne, welche sich übergangen fühlten. Als Reaktion versuchten sie, durch Störung des Ratsbetriebes massiven Druck auf die einzelnen Parlamentarier auszuüben. Sie rückten mit all ihren Funktionären an und quittierten Reden im Parlament mit Buhrufen und Pfeifkonzerten. Das Resultat: Beide Seiten verbissen sich ineinander, keiner besass die Grösse, auf die Gegenseite zuzugehen.
Zum Glück gab es neben den Hitzköpfen auch noch ein paar besonnene Geister im Parlament. Sie stellten den Antrag, den gefällten Entscheid erst in einigen Jahren in Kraft zu setzten. Dieser Antrag kam letzten Endes durch. Damit erhalten wir im Stadtrat nun Zeit, uns ernsthaft mit dem Thema Rentenalter auseinander zu setzen. Dies unter Einbezug aller Betroffenen (insbesondere den städtischen Angestellten), unter Mitwirkung aller politischen Gruppierungen und im Wissen um die finanziellen Konsequenzen.
Ich hoffe, alle Stadtratsmitglieder haben aus dieser Geschichte etwas gelernt: Unsere demokratischen Spielregeln sind eine äusserst wertvolle Errungenschaft! Das heisst: Bei umstrittenen Themen ist allen Interessierten genügend Vorbereitungszeit einzuräumen und in der Debatte darf man sich zwar heftig streiten, einander Auszählen oder Ausbuhen geht aber nicht. Würden wir uns gegenseitig etwas mehr respektieren, wäre das (politische) Leben wesentlich einfacher.
Interessieren Sie sich für die jungfreisinnigen stadt bern? Dann besuchen Sie unsere Website: www.jfstadtbern.ch.
© 2009 Joomla!
All Rights Reserved.
Design by PrettyManagement.ch
